Der Kampf gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt kann nur antirassistisch sein

***Gegenproteste gegen die Demo/Kundgebung der „Jungen Alternative“ (AfD)*** **Dienstag 05.09. | 8 Uhr | Augustinerplatz Freiburg**

am 05.09.2017 um 08:30 Uhr ruft die „Junge Alternative“, die Jugendorganisation der AfD, zu einer Kundgebung vor dem Landesgericht Freiburg in der Salzstraße auf. Anlass ist der startende Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der jungen Studentin, welche im Oktober 2016 in Freiburg vergewaltigt und getötet wurde. Dies wollen wir nicht unbeantwortet lassen, und rufen zum Gegenprotest auf. Unter dem zynischen Motto „Grenzen schützen – Leben retten“ will die „Junge Alternative“ die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass deutsche Grenzen geschlossen werden müssten, damit „Mörder und Vergewaltiger von der Einreise abgehalten“ würden (siehe facebook Veranstaltung).

Die tragische Ermordung der jungen Frau wird also für ihre nationalistische und rassistische Propaganda instrumentalisiert. Dass jedoch in den letzten zwei Jahren über 10.000 Menschen auf ihrer Fluchtroute über das Mittelmeer durch die europäische Abschottungspolitik getötet wurden, wird ausgeblendet. Die Verschärfung der europäischen und deutschen Grenzpolitik bedeutet nämlich keinesfalls, dass hierdurch Menschenleben gerettet werden könnten, sondern dass viele weitere Menschen, auch Frauen, Kinder und LGBTI¹, auf ihrem Weg aus Kriegsgebieten, Hunger und Verfolgung sterben werden. Die Lebensumstände, bzw. das Überleben von Nicht-Deutschen interessiert die AfD jedoch herzlich wenig. Dass es der AfD und ihrer Jugendorganisation keineswegs darum geht Frauen zu schützen, zeigt sich auch an ihrer politischen Überzeugung. Sie stehen nämlich für nichts anderes als die Herrschaft von Männern über Frauen, traditionelle Rollenbilder und die Bekämpfung alternativer Lebensweisen und versuchen mit ihrer politischen Agenda eine Frauen*- und LGBTI feindliche Politik zu verstärken. Und mit eben dieser geht sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, sowie die strukturelle Unterdrückung von Frauen* und LGBTI einher. Nun aber versuchen sie sich als Beschützer derer aufzuspielen, die sie selbst unterjochen wollen. Wir lassen nicht zu, dass die AfD diesen Fall für ihren politischen Wahlkampf benutzt. Solidarität ist keine Einbahnstraße, und unsere gehört allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt und patriarchaler Unterdrückung, weltweit. Und dabei spielt es keine Rolle, welche nationale Zugehörigkeit, Hautfarbe, Sprache, Herkunft etc. die Betroffenen besitzen. Um dieser Unterdrückung ein Ende zu machen, ist es eben auch notwendig der AfD jeden Raum für ihre menschenfeindliche Politik zu nehmen. Es ist unsere Entscheidung, ob wir uns in Nationalitäten, Ethnien, oder Geschlechter spalten lassen, oder ob wir in einer Weltgesellschaft leben wollen deren Basis Menschlichkeit und Solidarität ist. Deshalb lasst uns gemeinsam protestieren und der Öffentlichkeit zeigen, dass der Kampf gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt nur antirassistisch sein kann!

¹ LGBTI oder LSBTI ist eine Schreibweise für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intersexuelle Personen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.