Pressemitteilung: „Let’s take the streets, let’s take the night“ Demonstration in Freiburg

Unter dem Motto „Let’s take the streets, let’s take the night“ trafen sich in der vergangenen Nacht, dem 14.06.2017, rund 200 Frauen*, Lesben*, Trans* – und Interpersonen* (FLTI*) in der Freiburger Innenstadt, um gemeinsam gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Homo- und Transphobie und Rassismus im Nachtleben zu demonstrieren.

Lautstark und bunt zog die Demonstration an bekannten Partyorten der Stadt vorbei und beanspruchte so die Straße für sich. Mit Musik, Parolen und Transparenten wurde übergriffigem Verhalten gegenüber FLTI*-Personen eine klare Absage erteilt. „Das FLTI* sich den öffentlichen Raum nehmen ist längst überfällig. Insbesondere nach dem erschreckenden Diskurs in Folge der zwei Morde in und um Freiburg. Es ist es uns ein Anliegen dafür aufmerksam zu machen, dass sexualisierte Gewalt und gewalttätige Übergriffe gegenüber FLTI* schon immer zur Normalität gehören und wir das Problem endlich bei der Wurzel packen müssen.“ sagt unsere Pressesprecherin Franka Lechtner.

Die Reaktionen der Passant*innen und Partygänger*innen waren vielfältig, von spontanem Applaus bis hin zu Pöbelein. Die Demonstrantinnen* blieben von vereinzelten verbalen Attacken jedoch unbeeindruckt und feierten ihren Straßenzug ausgelassen und selbstbewusst.

Ein ganz und gar unmögliches und nach wie vor schwer verständliches Verhalten legte hingegen die diensthabende Freiburger Polizei zu Anfang der Demonstration an den Tag.

Beinahe eine Stunde lang wurden zwei Demonstrantinnen von Beamten festgehalten mit dem Ziel ihre Personalien aufzunehmen und sie somit im vorhinein für die gesamten Geschehnisse der Demonstration verantwortlich machen zu können. Die beiden Personen wurden vollkommen willkürlich ausgesucht und hatten nicht mehr und nicht weniger mit der Organisation zu tun als die meisten anderen Beteiligten. Auch auf Nachfragen, konnte der Einsatzleiter keine rechtlichen oder sonst wie plausiblen Gründen für die Maßnahmen nennen. Die Festgehaltenen durften letztendlich gehen, was nochmals unterstreicht, dass es sich hierbei um eine unnötige Schikane gehandelt hat.

Abgesehen von weiteren, durchweg provozierenden Kommentaren von einzelnen Polizisten, konnte die Demonstration anschließend ungehindert laufen und war für alle Teilnehmenden ein empowerndes Erlebnis. In diesem Sinne: Offensiv statt defensiv! Selbstbestimmt statt ohnmächtig!

Ob laut oder leise! Wütend- haben wir uns die Nacht erobert! In dieser und in vielen Kommenden!

 

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